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John Porter: Besser Tiger als Schaf

Alex MacIntyre gilt als einer der Pioniere des Alpinstils, der schnellen, leichten Besteigung von hohen Bergen, die im traditionellen Stil vielleicht Tage wenn nicht Wochen benötigten. Trotz seines frühen (Berg-)Todes hat sich der Brite einen Namen in der Szene gemacht. Warum und wie, das ist der Inhalt dieses fast 400-Seiten starken Porträts, verfasst von John Porter, einem Begleiter MacIntyre’s auf seinen Alpingängen.

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In vielen Einzelszenen zeichnet John Porter ein Bild von Alex MacIntyre – als Mensch und als Bergsteiger. Nicht immer eine einfache Figur, der aber auch vor Größen des Bergsteigens keine unterwürfige Haltung einnahm. Also durchaus sympathisch. Wenn auch das Leben von MacIntyre im Vordergrund steht, besonders seine letzte Expedition, dann sind die Erzählungen aus den 70ern und 80er mindestens genauso interessant. Das Buch liefert jede Menge Insider-Geschichten aus der britischen Bergsteigerszene, teilweise auch aus der polnischen, die an MacIntyre’s letzter Expedition federführend beteiligt war.

Ein besonderer Aspekt des Buches, dem durchaus mehr Platz gewidmet hätte werden können, ist die sich fortwährend wandelnde Frage nach einer Ethik am Berg. Die Hinwendung zum Alpinstil stellt eine Verschiebung der Blickrichtung dar: war früher der Gipfelsieg entscheidend, ist es zu Zeiten MacIntyres die Route, und später, der Stil. Also vom Was zum Wo zum Wie. Der Autor versucht dabei MacIntyres Vermächtnis auf diese Art zu interpretieren und zeigt auf, welche Möglichkeiten ihm durch das neuartige Equipment der 80er gegeben waren und warum heute andere weit schneller und weit schwierigere Routen klettern können als Alex. Alles im Buch spitzt sich auf die eine Frage zu: War MacIntyre der Begründer einer neuen Ethik am Berg? Die Antwort bleibt dem Leser überlassen.

Bibliographische Angaben hier: Besser Tiger als Schaf: Alex MacIntyre und die Geburt des Alpinstils im Himalaya.

Outdoor 2016 Friedrichshafen – Eindrücke

Die Outdoor 2016 in Friedrichshafen, eine der größten Messen im Bereich „Outdoor“ weltweit, ist heute zu Ende gegangen. Die groben Trends (in den für mich wichtigen Bereichen „Expedition“) sind weiterhin neue Materialien, Ultraleichtgewichte, möglichst kleines Packvolumen sowie verbesserte Funktionalität.

Bei den Awards hat mich vor allem ein Artikel besonders angesprochen: die Hyper 100 Jacket von Berghaus. Die 3-lagige Goretex-Jacke ist als oberste Bekleidungsschicht mit knapp 100 Gramm Gewicht die leichteste je erzeugte Jacke dieser Kategorie. Die Atmungsaktivität liegt bei hohen 55 k und die Wassersäule bei 20K. Interessanterweise wird auch die Reißfestigkeit mit einem Wert angegeben, der das dreifache des üblichen entspricht. Intuitiv hätte ich gesagt, bei aller Liebe ist das keine Jacke, mit der ich durch das alpine Gebüsch kriechen möchte.

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Bild: Die Hyper 100 Jacke von Berghaus

Bei meinen Rundgängen durch die Hallen besuchte ich zunächst meine üblichen Verdächtigen: Black Diamond und SeaToSummit. Bei Black Diamond hat sich einiges im Sortiment getan, aber am meisten überraschte mich die Aufnahme von Kletterseilen ins Programm. Das 7,8 mm Halb-/Zwillingsseil mit 41g/m und Full-Dry Veredelung in 70m und 30m Varianten fühlte sich recht gut an. Auch der super-leichte Gipfel-Backpack „Blitz“ war ein Hingucker: mit 444g ist die 28L Variante sehr leicht, das Dyneema-Material aber recht robust. Eisgeräte-Halterung und wasserdichtes Reissverschlussfach, Seilriemen und einfach zu öffnendes Hauptfach sind die Haupt-Charakteristika.

Bei SeaToSummit auffällig das Thema „Schlafen“ – neben der mittlerweile großen Vielfalt an Schlafsäcken stach mir die verbesserte, ultraleichte Hängematte samt Extras ins Auge. Der Ultralight Hammock wiegt gerade mal 140g und ist extrem klein zu verstauen. Zusätzlich lassen sich ein Tarp, eine Ausrüstungshängematte und ein Moskito-Netz außen anbringen.

Beim Rother Bergverlag ist ein neuer (außereuropäischer) Wanderführer in die 600-Titel starke Liste gekommen: Israel. Schwerpunkte bildet weiterhin Wandern (und hier ist die große Anzahl an Fernwanderweg-Führern zu nennen).  Wer Abends auf der Hütte noch ein bißchen Lese-Unterhaltung möchte, der kann sich gerne auch mit den Titeln aus der Rother Bergkrimi-Reihe eindecken (auch als eBook!).

Weiterhin im Trend der Outdoor-Industrie ist leider auch die eifrige Pflege des Helden-Images von Bergsteigern und Outdoor-Sportlern: zum einen durch die Profi-Aktiven selbst (in Bildern, Filmen, Büchern und Interviews), zum anderen durch die Hersteller. Dabei werden außergewöhnliche Leistungen besonders talentierter Menschen als nachahmenswerte Aktivität der breiten Masse unter die Nase gerieben und „das große Abenteuer Berge“ den Leuten verkauft. Besonders überflüssig sind Erzählungen eben dieser Hauptdarsteller, die von noch unentdeckten Tälern und noch vom Tourismus unberührten Völkern palavern, selbst aber den ersten Kulturschock durch ihre „Expedition“ samt Kamerateam auslösen. Maßvolle Kommunikation wäre hier dringend angeraten.

Trekking & Expeditionsbergsteigen: Ein medizinischer Ratgeber.

Was passiert eigentlich mit meinem Körper in großer Höhe? Das ist schon mal die erste Frage, wenn ich die Nacht vor dem Gipfeltag im Lager auf 4.200 m sehr unruhige Schlafe, öfters aufwache und das Gefühl des Luftschnappens mich überkommt.

Die menschliche Physiologie ist keine Black Box mehr, sondern ein System, das bereits recht gut erforscht ist. Die Zusammenhänge zwischen Höhe, Körper und Wohlbefinden sind komplex und wurden in den letzten 150 Jahren des Bergsteigens erforscht und erklärt. Immer noch sind kleine Details offen, doch die Vorbeugung und medizinische Versorgung von Fällen der Höhenkrankheit oder anderer Höhen-bedingter gesundheitlicher Einschränkungen haben sich wesentlich verbessert.

Lehrbuch Medizin beim Expeditionsbergsteigen

Der vorliegenden Band „Trekking & Expeditionsbergsteigen“ (Thomas Hochholzer & Martin Burtscher) geht nun auf diese Materie in aller Übersicht ein. Wichtigste Themen sind, nicht überraschend, die Wechselwirkung zwischen Höhe und menschlichem Körper, Vorbereitung und Akklimatisation als auch die akute Behandlung von medizinischen (Not-)Fällen. Dieses Buch widmet sich aber nicht nur an Höhenbergsteiger, sondern auch an Wanderer (die hohe Pässe überwinden müssen) wie auch an Reisende in Polargebieten.

Trekking & Expeditionsbergsteigen

Ein geniales Buch, weil es nicht nur zahlreiche Tips & Hinweise liefert, sondern vor allem die komplexe Materie übersichtlich und zusammenhängend darstellt.

Bibliographische Hinweise, Bestellmöglichkeit und weitere Info finden Sie hier…

Sibirien entdecken

Sibirien bildet den aktuellen Schwerpunkt von DIY Expeditions. Der Reiseberater und Organisationsdienst für Expeditionen und individuelle Abenteuerreisen bietet nun die verschiedensten Regionen Sibiriens als Destination an, darunter das Altai Gebirge, die Halbinsel Kamchatka und den Ural.

Skitouren & Trekking in Sibirien

Sibirien zeichnet sich eine enorme Weite und das zumeist kontinentale Klima aus. Während die Tundra und Taiga unser Bild von Sibirien prägen, bilden die Gebirge einen interessanten Kontrast, der meist unberücksichtigt bleibt. Der Ural, der Altai und Kamchatka sind für Skitouren-Geher, Wanderer und Bergsteiger interessante Optionen für einen außergewöhnlichen Trip abseits der großen Touristenströme. In der Tat bieten Reisen in die Gebirgswelt Sibiriens vor allem eines: Einsamkeit.

Weitere Informationen über Wege und Möglichkeiten, Sibirien zu entdecken, finden sich hier…

Ski Trip Hokkaido [Abenteuer des Monats]

Hokkaido im Februar? Das kann nur eines bedeuten: Japan Powder Alarm! Und so kommt es, zunächst allerdings auf den Straßen, die verschneit, vereist und von Schneeverwehungen malträtiert sind. Die Wege zu den Skistationen und den Ausgangspunkten für Skitouren im Hinterland erweisen sich meist gefährlicher als die Touren selbst.

Annapuri, Hokkaido, Japan

Aber als die Skispitzen über den Wechten stehen und der lichte Wald sich unter einer tiefen und weichen Schneedecke präsentiert, da ist die Welt in Ordnung und der Spaß unendlich. Schwünge, so leicht, dass man mit geschlossenen Augen und ohne Anstrengung eine Rinne abfahren kann. An so einem Tag ist ein Bier im Onzen herrlich, genauso wie ein Tablet Sushi auf der Rückbank des Kleinwagens, eingewickelt im warmen Schlafsack.

Hokkaido, Japan

Der Trip umfasst die Klassiker auf Hokkaido – die Skigebiete um Furano, Niseko und Rusutsu, daneben die Vulkane Yotei und Asahidake sowie einige Berge im Hinterland.

Mt Shiribetsu, Hokkaido, Japan

Quelle: ein längerer, englisch-sprachiger Bericht über den Trip findet sich hier

 

Yosemite, 1883

Diese Karte von G.M. Wheeler zeigt den berühmten National Park Yosemite in Kalifornien aus dem Jahre 1883. Der Kartenausschnitt birgt den in Kletterkreisen berühmten „El Capitan“, zentral in der Karte.

yosemite

Der Kartenausschnitt ist aus einer digital erhältlichen Karte – Quelle

Berg 2016 / Karwendel

„Ein Jahrbuch vom Alpenverein?“ Meine nächste Frage: „Ist das interessant?“ Ich bin kein großer Freund von Vereinsjahrbüchern, zuviel Selbstbeweihräucherung, zuviel interner Bla-bla. Die 2016 Ausgabe ist aber eine feine Ausnahme, vielleicht mittlerweile eher die Regel bei den Alpenvereinsjahrbüchern. Denn viel haben sie nicht mehr damit zu tun, wie ich finde.

Berg 2016 Alpenvereinsjahrbuch

Die Themenvielfalt ist immens, das Karwendel steht aber mit vielen Beiträgen im Mittelpunkt. Ein Gebirge, das stellvertretend für die nördlichen Kalkalpen steht. Großartige Fotos und viele Hintergrundgeschichten beleuchten diese Bergwelt.

Die anderen, großen Themengebiete des gut 250 Seiten starken Bandes sind „Hütten im Gebirge“, Porträts von Bergmenschen und kritische Blicke auf die Auszeichnungskultur im modernen Alpinismus. Ein Artikel zur Selbstgestaltung des Menschen im Post-industriellen Zeitalter rundet das Buch schön ab. In Summe: für jeden etwas dabei! Ein schöner Band mit vielen Beiträgen zum Nachlesen!

Bibliographische Angaben finden sich hier

Busch-Pilot im Yukon

Icefield Ranges, St. Elias Mountains, Yukon. Andrew Williams, braun-gebraunt und lederhäutig, setzt seine kleine Propellermaschine auf dem ewigen Eis auf. Kunden abholen, nach zwei Wochen in der Wildnis, geht es für diese wieder zurück in die Zivilisation. Manchmal kann das Tage länger dauern, als vorgesehen. Das Wetter hier ist unvorhersehbar, und dann steckt man eben fest, in seinem Zelt, und wartet auf Andrew Williams.

Seine Firma, Icefields Discovery, startet in den 60ern, nachdem ein Militärflughafen aufgelassen und die Genehmigung für private und wissenschaftliche Nutzung erfolgt. Williams wird 1972 vom ansässigen Wissenschaftsinstitut als Busch-Pilot angeheuert, ist aber bald Leiter der Wissenschaftsstation.

Seit 1981 hat Williams seinen eigenen kleinen Flieger, und macht beides: Wissenschaft und Touristenflüge. Ein Leben im Yukon, wie so viele: dort hin gehen, wo es einen zieht.

Den gesamten Artikel lesen Sie in den Yukon News…

 

Ross Sea, Antarctica 1908 [Landkarte]

Unser aktueller Ausschnitt zeigt einen Küstenabschnitt der Antarktis an der Ross Sea. Diese Karte wurde im Zuge der Suche nach dem magnetischen Südpol in den Jahren 1908 und 1909 erstellt. Die Route der Expedition ist rot eingezeichnet. Deutlich zu sehen ist, wie ausschließlich die Küstengebiete erforscht wurden, das Landesinnere weiterhin eine leere, weiße Karte geblieben ist.

Die Ross Sea ist übrigens nach James Clark Ross benannt, der diese Region als Erster befahren hat. Auf „The Call of The Wild – Der Ruf der Wildnis“ haben wir ein Porträt von J.C. Ross vor Jahren aufbereitet.

Ross Sea, Antarctica

Bild: Kartenausschnitt Ross Sea (Quelle)

Barry Blanchard: The Calling. A Life Rocked by Mountains.

I saw the avalanche coming. It charged over the step of dirty brown ice above like a breaking wave of black water. It hammered back down into the gulley, driving into us like the fist of god, and I screamed. 

Barry Blanchard könnte man am besten als einen „wilden Hund“ bezeichnen. Unerschrocken und auf seine Weise verrückt, neugierig und überhaupt nicht scheu, mal in die alpine Route du Kack zu steigen und sich da wieder irgendwie herauszuwinden. Sein Leben, rocked by mountains, ist gelebte Leidenschaft. Ich kenne Barry nicht persönlich, aber seine Zeilen lesen sich wie ein Gespräch unter alten Freunden. Es wird nichts ausgespart, Gedanken, Gefühle, körperliche Befindlichkeiten. Barry nimmt mich mit auf seine Touren, und wenn ich dann auch noch gleichzeitig seine Kapitel-Playlist auflege, dann bin ich fast mit ihm im Seil, oder zumindest im Basecamp.

The Calling. A Life Rocked By Mountains.

Sein über 400 Seiten starkes Buch ist eine Sammlung seiner wichtigsten alpinen Vorhaben. Und damit eine Sammlung an Geschichten des Alpinismus der 70er und 80er Jahre. Herrlich zu lesen, auch wenn ich mich frage, wie er all diese Konversationen so gut hat aufzeichnen können! Egal wie, sie sind witzig, und noch mehr, Inspiration genug, selbst in eine Wand einzusteigen und trotz Hagel und Nebel Spaß zu haben. Oder auch nicht.

Im Weit Draussen Back Country Store auf Lager!

Bibliographische Angaben: 
Barry Blanchard: The Calling. A Life Rocked by Mountains.

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